Fuck the essence.

titel

Der Titel ist der entscheidende Teil eines jeden Projektes. Es ist egal, ob es eine Hausarbeit für die Uni, ein Film oder ein Bild ist; ohne einen guten Titel geht nichts. Kurz und prägnant sollte er im besten Fall sein. Immerhin erregt er die Aufmerksamkeit der Menschen. Immerhin klingt „Breakfast at Tiffany’s“ um einiges schöner an, als „mittelmäßiger Schriftsteller verliebt sich in bindungsunfähiges Party-Girl“. Und wer hätte sich schon „Männer in bunten Anzügen bekämpfen das Böse in liebevoll gestalteter CGI-Landschaft“ angesehen, wenn er sich doch „Guardians of the Galaxy“ oder „The Dark Knight“ ansehen kann?

Der Titel kann entscheidend für den ersten Eindruck eines Kunstwerks sein. Kurz und knackig sind sie mir am liebsten, obwohl sich bei Büchern lange Zeit der Trend zu lächerlich langen Titeln hinbewegte. Gerade deshalb erregten sie viel Aufmerksamkeit. Also: Der erste Eindruck zählt. Immer. Genau aus diesem Grund fand ich es immer am schwierigsten einen passenden Titel zu finden – egal, was ich auch gemacht habe. Wenn ich einen Text schreibe, kann ich so lange tippen, bis mir die Finger abfallen, doch sobald ich das ganze sinnvoll und möglichst catchy zusammenfassen sollen, verfällt mein Körper in eine Art Schock-Starre. Die Verantwortung ist einfach zu groß.

Lediglich für diesen Blog-Post fiel mir die Entscheidung sehr leicht, denn er war das erste, was mir in den Sinn kam, als ich über dieses Thema nachdachte: „Fuck the essence.“ Warum muss ein Titel immer Sinn machen? Warum muss er immer nach etwas besonderem klingen? Und warum habe ich immer das Gefühl, als müsste ich das Rad neu erfinden, wenn ich mir einen Titel überlege? Natürlich überdenke ich das Thema wieder mal vollkommen, aber der Kopf kann einem die bösesten Streiche spielen, wenn einem etwas besonders wichtig erscheint.

Auslöser für diesen Anfall, und wie für jeden anderen Anfall von Aufschieberities, war meine Master-Arbeit. Noch nie fiel es mir so schwer einen adäquaten Titel zu finden. Sicher, wenn die Arbeit erstmal gelesen und bewertet wurde, wird sich keine Sau mehr dafür interessieren, doch gerade weil es meine letzte Arbeit an der Uni ist, will ich natürlich, dass sie besonders gut wird. Da kann ich nicht mit einem 0815-Titel um die Ecke kommen, oder?

Monatelang habe ich mich davor gedrückt, mir einen Titel zu überlegen und habe damit auch die Anmeldung der Arbeit immer wieder nach hinten geschoben. Aber wie soll ich den Inhalt meiner Arbeit auch angemessen betiteln, wenn sie noch nicht fertig ist? Als ich mich vor ein paar Tagen endlich hingesetzt  habe, um dieses Mal wirklich einen Titel zu finden, war die Arbeit schon zu 3/4 fertig. Und auf einmal ging alles ganz schnell.

Ich schrieb 4 potenzielle Kandidaten auf, die mir gerade in den Sinn kamen. Der letzte war ein Treffer. Am nächsten Tag stiefelte ich mit meiner Anmeldung, die ich schon 4 Monate vorher ausgefüllt hatte, zum Prüfungsamt. Mit einem Mal war dieser ganz Stress vorbei. Gut, die Arbeit selbst bedarf noch des Feintunings, doch das Schlimmste ist jetzt offiziell für mich vorbei.

Ich kann schwafeln ohne Ende (wie man hier immer wieder merkt), aber wenn es darum geht etwas auf den Punkt zu bringen, hapert es dann doch an der einen oder anderen Ecke. Also: „Fuck the essence.“ und sag‘ einfach das, was dir gerade in den Sinn kommt. Der Rest kommt dann meistens von alleine. Und manchmal ist das, was am nächsten liegt, tatsächlich die beste Möglichkeit, auch wenn sie noch so unspektakulär ist (ein Shoutout an alle Schriftsteller, die ihre Bücher einfach der Hauptperson benannt haben).

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